Das Girokonto ist für die meisten das wichtigste Finanzprodukt: Das Gehalt kommt darauf an, Miete und Strom gehen davon ab, und die Karte steckt in jedem Geldbeutel. Trotzdem schauen viele nur beim Abschluss auf die Kosten und prüfen danach nie wieder, was sie eigentlich zahlen. Dabei unterscheiden sich die Angebote bei Gebühren, Karten und Zusatzleistungen deutlich. Dieser Vergleich zeigt, worauf du achten solltest, wo versteckte Kosten lauern und für wen sich welches Modell eignet.
Ein Girokonto muss die Grundfunktionen zuverlässig erledigen: Gehaltseingang, Daueraufträge, Lastschriften, Überweisungen und Kartenzahlung. Darüber hinaus zählen ein paar Merkmale, die im Alltag den Unterschied machen:
Jede Bank hat ein Preis- und Leistungsverzeichnis, in dem alle Entgelte stehen. Das lohnt sich zu lesen, denn dort tauchen Posten auf, die in der Werbung nicht erwähnt werden:
Welcher Anbieter passt, hängt davon ab, wie du dein Konto nutzt.
Sparkassen, Volksbanken und große Privatbanken bieten Beratung vor Ort und ein dichtes Filialnetz. Dafür kosten ihre Konten oft mehr, vor allem in Premium-Paketen. Das lohnt sich, wenn du Wert auf persönliche Betreuung legst oder regelmäßig Bargeld einzahlst.
Direktbanken wie ING oder DKB haben keine Filialen und halten dadurch die Kosten niedrig. Oft ist das Konto gratis, solange ein monatlicher Geldeingang erfolgt. Bargeld hebst du über Partnernetze ab, Einzahlungen sind dagegen meist umständlicher.
Neobanken wie N26, bunq oder Revolut arbeiten komplett über die App. Sie punkten mit schneller Kontoeröffnung, praktischen Zusatzfunktionen und oft niedrigen Auslandsgebühren. Einschränkungen gibt es häufig bei Bargeldeinzahlungen, beim Kundenservice und bei Leistungen wie Krediten. Außerdem solltest du prüfen, welche Bank hinter dem Angebot steht und welche Einlagensicherung gilt.
Eine reine Girocard funktioniert vor allem in Deutschland und wird online oder im Ausland nicht überall akzeptiert. Viele Banken geben deshalb Karten aus, die zusätzlich als Debit Mastercard oder Visa Debit nutzbar sind. Bei einer Debitkarte wird der Betrag direkt vom Konto abgebucht. Bei einer klassischen Kreditkarte werden die Umsätze gesammelt und einmal im Monat abgerechnet. Das verschafft dir etwas Spielraum, kann aber teuer werden, wenn du nur einen Teil zurückzahlst, weil dann Zinsen anfallen. Für den Alltag reicht vielen eine Debitkarte, eine Kreditkarte ist vor allem auf Reisen nützlich, zum Beispiel für Mietwagen und Hotels.
Je nach Lebenssituation verschieben sich die Prioritäten:
Rechne deshalb nicht nur die monatliche Kontoführung zusammen, sondern auch das, was du in einem typischen Monat tatsächlich nutzt.
Angenommen, ein Konto kostet 5,90 Euro im Monat und die zugehörige Kreditkarte 30 Euro im Jahr. Dann zahlst du 70,80 Euro für die Kontoführung plus 30 Euro für die Karte, zusammen etwa 101 Euro im Jahr. Ein Konto, das ab einem Geldeingang von 700 Euro kostenlos ist, spart dir dieses Geld, solange du die Bedingung erfüllst. Fällt dein Gehalt einmal niedriger aus oder wechselst du den Job, kann die Gebühr plötzlich wieder anfallen. Rechne deshalb auch mit dem ungünstigen Fall.
Der Dispokredit ist praktisch, weil er automatisch bereitsteht. Er ist aber meist teurer als ein Ratenkredit oder ein Abruf von einem Tagesgeldkonto. Wer regelmäßig im Minus ist, sollte die Ursache klären, statt den Dispo als dauerhaften Puffer zu nutzen. Ein Notgroschen von ein bis drei Monatsausgaben auf einem separaten Konto ist die bessere Lösung. Und über die geduldete Überziehung jenseits des Dispos solltest du nicht leichtfertig hinweggehen: Sie kostet in der Regel noch mehr.
Seit Herbst 2025 müssen Banken im Euroraum Echtzeitüberweisungen anbieten und dürfen dafür nicht mehr verlangen als für eine normale Überweisung. Zudem prüft die Bank vor dem Versenden, ob Empfängername und IBAN zusammenpassen. Das schützt vor Tippfehlern und vor Betrug. Echtzeitüberweisungen kommen innerhalb von Sekunden an, auch am Wochenende, was bei Mietzahlungen oder dringenden Rechnungen hilfreich ist. Ob dein Konto die Funktion schon vollständig unterstützt, siehst du im Preisverzeichnis und in der App.
Wer regelmäßig online bezahlt, bei Streamingdiensten, in Webshops oder bei Unterhaltungsangeboten wie nacho casino, sollte bei der Kontowahl auf Kartenlimits, Freigabeverfahren und Push-Benachrichtigungen achten. Eine Bank, die jede Zahlung sofort in der App anzeigt und bei Auffälligkeiten nachfragt, hilft dir, den Überblick zu behalten. Ein festes Monatsbudget für solche Ausgaben, das du in der App als Limit oder Sparziel abbildest, verhindert außerdem, dass sich kleine Beträge unbemerkt summieren.
Weil du dein Konto fast nur noch über die App nutzt, lohnt sich ein Blick auf deren Funktionen:
Der Wechsel ist weniger aufwendig, als viele denken. Banken sind verpflichtet, beim Kontowechsel zu unterstützen, und übernehmen auf Wunsch Daueraufträge und Lastschriften. So gehst du vor:
In Deutschland und der EU sind Einlagen bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank gesetzlich abgesichert. Darüber hinaus bieten viele Banken freiwillige Sicherungssysteme. Achte außerdem auf Sicherheitsfunktionen wie Zwei-Faktor-Authentifizierung und Push-TAN und gib niemals TANs oder Zugangsdaten am Telefon oder per Link weiter. Wer eine verdächtige Nachricht bekommt, ruft die Bank selbst über die offizielle Nummer an. Verweigert dir eine Bank ein Konto, hast du als rechtmäßig in der EU lebende Person Anspruch auf ein Basiskonto, das die wichtigsten Funktionen abdeckt, allerdings meist gegen eine kleine Gebühr.
Auch bei einem bestehenden Konto lässt sich oft sparen:
Das beste Girokonto ist das, dessen Kosten und Leistungen zu deinem Alltag passen. Wer selten Bargeld braucht und viel mit der App arbeitet, ist bei einer Direkt- oder Neobank oft gut aufgehoben. Wer Beratung und Bargeldservice schätzt, zahlt bei einer Filialbank etwas mehr, bekommt dafür aber mehr persönlichen Kontakt. Lies das Preisverzeichnis, rechne mit deinen tatsächlichen Gewohnheiten und überprüfe dein Konto mindestens einmal im Jahr. So vermeidest du, dass sich Gebühren unbemerkt summieren. Und wenn dir ein Angebot zu gut klingt, lohnt sich ein zweiter Blick auf die Bedingungen im Kleingedruckten.